Flensburger Hafen Ost

Die Flensburger SPD setzt sich dafür ein, dass im Gebiet des Hafen-Ostufers – unter Einschluss des Siedlungs- und Gewerbegeländes jenseits von Ballastbrücke und Kielseng – ein lebendiges Stadtviertel entsteht, sozial durchmischt und innovativ, mit bezahlbarem Wohnraum, hochwertigen Arbeitsplätzen und Kultur- und Freizeitangeboten. Dabei sollte die  neue baurechtliche Kategorie des „urbanen Gebiets“ genutzt werden, die Funktionsvielfalt und eine urbane Verdichtung ermöglicht. 

Sichergestellt werden muss von Anfang an ein hoher Anteil geförderter Mietwohnungen und anderer von Beziehern unterer und mittlerer Einkommen bezahlbarer Wohneinheiten, darunter mindestens 30% Sozialwohnungen. Besonders zu begünstigen sind auch alternative Formen der Bildung von Wohneigentum (wie private Baugruppen, Baugenossenschaften). Hinsichtlich der Gewerbestruktur am Ostufer haben Erhaltung und Förderung von Betrieben mit maritimem oder touristischem Bezug und die Ansiedlung von Betrieben mit hoher Wertschöpfung Vorrang. Die Flensburger SPD setzt sich in Bezug auf den Wirtschaftshafen dafür ein, einen Kernbereich zu schützen, solange dies wirtschaftlich sinnvoll ist, und gleichzeitig Alternativen zu prüfen, wie die Kooperation mit dem Hafen der dänischen Kommune Apenrade gelingen kann. Wichtig ist die Erhaltung und Stärkung des maritimen Charakters. Die SPD setzt sich für eine Vielzahl von Maßnahmen wie z.B. mehr Orte zum Verweilen, auch ohne Konsumzwang, oder Schaffung von Aussichtspunkten ein, die das Freizeit- und Erholungspotential am Ostufer besser für die gesamte Bevölkerung erschließen. 

Vorhandene Gebäude, insbesondere die denkmalgeschützten Speicher, sollen möglichst erhalten bleiben und für eine sinnvolle Umnutzung umgebaut werden. Das Einfügen von Neubauten muss sensibel erfolgen. Es ist darauf zu achten, dass vorhandene Sichtachsen nicht zerstört werden und die grünen Hänge erhalten bleiben. Die SPD macht sich dafür stark, dass Investitionsprojekte, auch zur Umnutzung der bestehenden Speichergebäude nur dann genehmigt werden, wenn dadurch keine dauerhaft hohen Belastungen (KFZ-Verkehrsaufkommen, Parkplatzbedarf) entstehen, die eine kohärente Weiterentwicklung zu einem verdichteten urbanen Viertel hemmen würden. Um hier klare Vorgaben zu setzen, sollte die Stadt nach Vorlage des Voruntersuchungsberichts des Sanierungsträgers umgehend ein Gesamtentwicklungskonzept für das Hafen-Ost-Gebiet festlegen. Dieses hätte mit einer innovativen, zukunftsorientierten Ausrichtung klare zusätzliche Anreize zu bieten für Investitionen von privater Hand, wobei städtische Grundstücke grundsätzlich nur auf Erbpachtbasis vergeben werden. Ein anderer Kernbestandteil muss ein modernes, nachhaltiges Verkehrskonzept sein. Dabei geht es der SPD besonders um eine weitgehende Beruhigung des Kfz-Verkehrs, eine drastische Verringerung des Flächenverzehrs durch Parkraumbedarf, das Anlegen von zahlreichen Querungsmöglichkeiten für Fußgänger und Radfahrer über Kielseng, Ballastbrücke und Hafendamm sowie eine entschieden verbesserte Anbindung an Innenstadt und ZOB. Im Fokus sehen wir ebenfalls die Schaffung einer durchgehenden Promenade von der Hafenspitze bis nach Sonwik und eines Radschnellwegs von der Innenstadt nach Mürwik, mit Nutzung der Bahntrasse. 

Das Entwicklungskonzept hätte darüber hinaus die allgemeinen Zielvorgaben für den städtebaulichen Realisierungswettbewerb zu liefern, der 2018 ausgeschrieben werden sollte, zwecks Formulierung konkreter Szenarien für die zukünftige Ostufer-Entwicklung.